Renault integriert die EV-Sparte wieder, da die IPO-Pläne ins Stocken geraten

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Renault ändert den Kurs seiner eigenständigen Elektrofahrzeugsparte (EV), Ampere, und führt sie bis Juli wieder zum Kerngeschäft. Der Schritt erfolgte, nachdem Pläne für einen Börsengang (IPO) angesichts des sich verlangsamenden Verkaufswachstums bei Elektrofahrzeugen und der Rentabilitätsprobleme in der gesamten Branche gescheitert waren.

Der Strategiewechsel

Ampere wurde 2023 unter dem ehemaligen CEO Luca de Meo gegründet und sollte die Einführung von Elektrofahrzeugen beschleunigen, indem die Preise gesenkt und Kostenparität mit Benzinfahrzeugen erreicht werden. Die Abteilung beherbergte die gesamte Elektrotechnik, Forschung und Entwicklung von Renault und betrieb drei Fabriken in Nordfrankreich, die auch Modelle für Nissan und Mitsubishi produzieren.

Die Umstrukturierung folgt einem Führungswechsel; Der derzeitige CEO François Provost hat bereits eine andere de Meo-Initiative aufgelöst, die Mobilize-Abteilung, die sich auf Carsharing- und Ladenetzwerke konzentrierte. Der Schritt von Provost signalisiert die Bevorzugung einer Vereinfachung und Rationalisierung von Abläufen gegenüber unabhängigen Unternehmungen.

Warum das wichtig ist

Die Entscheidung spiegelt breitere Branchentrends wider. Während frühe Prognosen eine schnelle Dominanz von Elektrofahrzeugen vorhersagten, hatten viele Autohersteller außerhalb von Tesla und chinesischen Herstellern mit der Rentabilität zu kämpfen. Der ursprüngliche Plan, Ampere teilweise an die Börse zu bringen, stützte sich auf Investitionen von Nissan und Mitsubishi, aber das Fehlen eines tragfähigen Börsengangs machte eine separate Einheit überflüssig.

In Zahlen

Die Elektrofahrzeugverkäufe von Renault verzeichneten im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg von 72 % auf 151.939 Einheiten – was über 20 % des europäischen Gesamtabsatzes entspricht. Dieses Wachstum wurde durch den Erfolg des 5 E-Tech-Modells vorangetrieben. Diese Gewinne reichten jedoch nicht aus, um die Komplexität der Aufrechterhaltung einer völlig unabhängigen EV-Abteilung unter den aktuellen Marktbedingungen zu rechtfertigen.

Umfassendere Partnerschaften

Renault vertieft außerdem seine Beziehungen zu Geely, das eine Beteiligung an Renault Südkorea hält und Plattformen für kommende SUVs wie Koleos und Filante liefert. Die beiden Unternehmen besitzen gemeinsam Horse Powertrain, ein Unternehmen, das ihre Vermögenswerte im Bereich Verbrennungsmotoren beherbergt.

Die Wiedereingliederung von Ampere deutet auf einen pragmatischen Wandel hin zur Konsolidierung hin, da sich die Automobilhersteller an das langsamer als erwartete Wachstum bei Elektrofahrzeugen anpassen. Der Schritt unterstreicht die sich wandelnden Prioritäten der Branche: Vereinfachung von Abläufen und Nutzung bestehender Infrastruktur, anstatt ehrgeizige, aber riskante unabhängige Unternehmungen zu verfolgen.