Bugattis vergessene Limousine: Der Galibier aus dem 16. Jh

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Bugatti ist seit Jahren ein Synonym für Hypercars wie den Veyron und den Chiron – technische Wunderwerke, die die Grenzen von Geschwindigkeit und Luxus verschieben. Bevor das Unternehmen dieses Image festigte, dachte das Unternehmen jedoch ernsthaft über einen anderen Weg nach: eine Flaggschiff-Luxuslimousine. Bugatti machte dies fast zu seinem einzigen Modell.

Frühe Limousinenkonzepte

Die Idee stammt aus den frühen 1990er-Jahren mit den Konzepten EB 112 und EB 218. Dabei handelte es sich um ehrgeizige Versuche, die Produktpalette von Bugatti über den Bereich der extremen Leistung hinaus zu erweitern, doch keiner von ihnen schaffte es in die Produktion. Die Automobillandschaft veränderte sich und Bugatti war unter neuen Eigentümern immer noch dabei, Fuß zu fassen.

Der Galibier aus dem 16. Jh.: Eine nahe Realität

Der am weitesten entwickelte Versuch erfolgte 2009 mit dem 16C Galibier. Dies war nicht nur eine Skizze oder ein grober Prototyp; Es handelte sich um ein voll funktionsfähiges Konzept, das den Veyron als einziges Angebot von Bugatti ersetzen sollte. Der Galibier wurde als ultimative Hochleistungs-Luxuslimousine konzipiert und vereint Bugattis Ingenieurskunst mit der Raffinesse, die man von einem Grand Tourer der Spitzenklasse erwartet.

Der Plan wurde aus unbekannten Gründen verworfen und das Konzept verschwand weitgehend aus der Öffentlichkeit. Kürzlich tauchte der Galibier im Autostadt-Museum in Wolfsburg wieder auf und bot einen seltenen Einblick in das, was hätte sein können.

Luxus und Handwerkskunst

Der Galibier ist alles andere als ein grobes Modell. Die Passform und Verarbeitung sind außergewöhnlich und unterstreichen Bugattis Qualitätsanspruch. Das Äußere weist den markentypischen Hufeisengrill und aufwendig gestaltete Scheinwerfer auf, die sofort als Bugatti erkennbar sind.

Im Inneren konkurriert die Kabine mit der eines Rolls-Royce oder Bentley, mit vier weichen braunen Ledersitzen, Akzenten aus gebürstetem Aluminium und Zierelementen aus poliertem Holz. Der Innenraum ist ein Beweis für Bugattis Fähigkeit, Leistung mit Opulenz zu verbinden. Ein einzigartiges Merkmal ist der versteckte Infotainment-Bildschirm in der zweiten Reihe, der auf Knopfdruck aus der Mittelkonsole herausragt.

Warum es wichtig ist

Der Galibier zeigt, dass Bugattis Vision nicht immer auf Hypercars beschränkt war. Das Unternehmen erkundete ein breiteres Spektrum an Möglichkeiten, darunter eine High-End-Limousine, die den Luxusmarkt neu definieren könnte. Die Existenz des Autos markiert einen entscheidenden Moment in der Geschichte Bugattis, in dem man eine andere Zukunft in Betracht zog. Die Entscheidung, sich ausschließlich auf Fahrzeuge mit extremer Leistung zu konzentrieren, prägte letztendlich die Identität von Bugatti, aber der Galibier dient als Erinnerung an den nicht eingeschlagenen Weg.

Der Galibier ist ein faszinierendes Artefakt der Automobilgeschichte – eine luxuriöse Hochleistungslimousine, die fast zum prägenden Produkt Bugattis geworden wäre.