Cadillac Eldorado Touring Coupé (1990): Ein Schritt in Richtung Fahrerengagement

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Im Jahr 1990 änderte Cadillac in aller Stille seinen Ansatz. Das Eldorado Touring Coupé war nicht nur ein weiteres Luxusauto; Es war ein Experiment: ein bewusster Versuch, das Fahren eines Cadillacs interessanter zu machen. Das Ergebnis? Ein Fahrzeug, das einen Vorgeschmack darauf gab, was amerikanischer Luxus sein könnte, wenn man ihm eine schärfere Note verlieh, auch wenn es noch nicht den Weltklassestatus erreicht hatte.

Cadillacs zögerlicher Fortschritt

Cadillac war jahrelang für seinen Komfort und nicht für sein Handling bekannt. Das Eldorado Touring Coupé war jedoch anders. Ziel war es nicht, BMW oder Mercedes-Benz komplett zu schlagen, sondern Käufer aufzuwecken, die sonst am Steuer eines typisch amerikanischen Luxusautos einschlafen würden. Das Unternehmen stellte die Frage auf die Probe: Würde irgendjemand tatsächlich einen Cadillac wollen, der nicht einfach über die Straße schwebte?

Die Angst war real. Cadillac befürchtete, dass dieses Auto als nachträglicher Einfall abgetan würde und den Spitznamen „ETC“ (Et Cetera) erhielt, was einfach „und so weiter“ bedeutet. Es war mehr als das. Das Touring Coupé stellte einen echten Leistungsschub dar, auch wenn Cadillac selbst nicht ganz davon überzeugt war, dass es einen großen Markt dafür gab.

Leistung und Preis

Mit der Touring-Coupé-Option erhöhte sich der Grundpreis von 28.855 US-Dollar um 2.975 US-Dollar auf insgesamt 34.607 US-Dollar mit zusätzlichen Funktionen wie einem Schiebedach (1.355 US-Dollar) und einer High-End-Stereoanlage von Bose (872 US-Dollar). Für diesen Preis bekam man einen V8-Motor, Allrad-Scheibenbremsen mit Antiblockiersystem und Hochleistungsreifen auf 16-Zoll-Rädern. Die Lenkung war spürbar schneller als beim Standard-Eldorado.

Unter der Haube befand sich ein 180 PS starker V-8-Motor, der ein Drehmoment von 245 lb-ft lieferte. Das Auto beschleunigte in 8,4 Sekunden auf 60 Meilen pro Stunde und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 118 Meilen pro Stunde. Für die damalige Zeit respektable Zahlen, die ausreichen, um die Fahrt spannend zu machen. Der Auspuff klang sogar anders, ein Grollen, das Cadillac zuvor nicht betont hatte.

Aussetzung: Die entscheidende Verbesserung

Der eigentliche Unterschied lag in der Federung. Jede Komponente wurde versteift, dicker oder verstärkt, wodurch sich das Auto deutlich reaktionsschneller anfühlte. Testfahrten in Kentucky bewiesen, dass er anspruchsvolle Straßen souverän bewältigen kann.

Styling- und Innenausstattungsbedenken

Während sich die Leistung verbesserte, konnte das Design nicht aufholen. Das äußere Design wurde als „eckig“ und „scharfkantig“ beschrieben, ein Überbleibsel einer früheren Designphilosophie, die bereits in Frage gestellt wurde. Obwohl der Innenraum mit hochwertigen Materialien gut gebaut war, litt er unter einer schlechten Ergonomie. So war beispielsweise die Scheibenwischersteuerung schlecht einsehbar und unnötig komplex. Cadillac hatte sich die intuitiven Designs europäischer Konkurrenten wie Mercedes-Benz noch nicht zu eigen gemacht.

Das Urteil

Trotz seiner Mängel war das Eldorado Touring Coupé ein Fortschritt. Cadillac hatte bewiesen, dass ein amerikanisches Luxusauto Fahrspaß bieten kann, ohne auf Komfort zu verzichten. Obwohl es noch kein Konkurrent zu den besten europäischen Sportcoupés war, bot es eine überzeugende Mischung aus Leistung und Luxus zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Das Touring Coupé war ein Zeichen dafür, dass Cadillac experimentierfreudig war, auch wenn man nicht sicher war, ob der Markt dafür bereit war.