Chinesische Autohersteller stellen ehemalige Holden-Ingenieure ein, um Utes für Australien zu optimieren

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Chinesische Automarken, darunter JAC und GWM, rekrutieren aktiv ehemalige Holden-Fahrwerksingenieure, um ihre Fahrzeugkonstruktionen an die besonderen Anforderungen australischer Straßen anzupassen. Dieser Trend unterstreicht ein wachsendes Engagement für die Lokalisierung, da diese Unternehmen versuchen, effektiv mit etablierten Playern wie Ford zu konkurrieren, das in Australien immer noch über eigene Design- und Engineering-Kapazitäten verfügt.

Lokalisierungsbemühungen nehmen Fahrt auf

Anfang dieses Jahres engagierte GWM Rob Trubiani, einen ehemaligen Holden-Dynamikexperten, als Leiter der Fahrwerksabstimmung auf dem Lang Lang-Testgelände, das einst General Motors gehörte. Das Programm begann mit dem Haval H6 (einem RAV4-Konkurrenten) und wurde auf andere Modelle wie den Cannon Alpha mit Doppelkabine ausgeweitet. Jetzt ist JAC eine Partnerschaft mit Multimatic, einem internationalen Ingenieurbüro, und seinem technischen Direktor Michael Barber eingegangen, der zuvor über zwei Jahrzehnte bei Holden tätig war, um ein lokalisiertes Fahr- und Handlingpaket für die kommende Hunter-Ute zu entwickeln.

The Hunter: Ein Plug-in-Hybrid-Anwärter

Der JAC Hunter soll Mitte 2026 auf den Markt kommen und direkt mit Plug-in-Hybridfahrzeugen wie dem BYD Shark 6 und dem GWM Cannon Alpha PHEV sowie dem Ford Ranger PHEV konkurrieren. Die Entwicklung des Hunter nutzt die umfangreiche Erfahrung von Herrn Barber mit Fahrzeugen wie dem Commodore, dem Cadillac ATS und dem Chevrolet Volt und stellt sicher, dass er den australischen Fahrerwartungen entspricht.

Experteneinblick

Die Rolle von Herrn Barber bei Multimatic besteht darin, die Federung des Hunter für Nutzlastszenarien, Leistung auf der Straße und im Gelände, Lenkpräzision und Fahrkomfort zu optimieren. Ahmed Mahmoud, Geschäftsführer von JAC Motors Australia, sagt: „Australische Straßen erfordern spezifisches technisches Fachwissen, und Michael Barber hat seine Karriere damit verbracht, genau das zu meistern.“

Jenseits von Australien: Globale Auswirkungen

Das Fahrwerk-Tuning-Programm konzentriert sich nicht nur auf den australischen Markt. Hongjian Jiang, technischer Direktor von JAC Motors Australia, weist darauf hin, dass die gewonnene Expertise auch die Fahrwerksabstimmung für Hunter-Modelle beeinflussen könnte, die in China und anderen internationalen Märkten verkauft werden. Dies legt eine umfassendere Strategie zur Verbesserung der Fahrzeugleistung in mehreren Regionen nahe.

Wichtige Spezifikationen

Der Hunter PHEV verfügt über beeindruckende Leistungswerte mit einer Gesamtleistung von 385 kW und 1000 Nm und übertrifft damit den Ranger PHEV (207 kW/697 Nm) und den Shark 6 (321 kW/650 Nm). Seine 31,2-kWh-LFP-Batterie ermöglicht eine elektrische Reichweite von „über 100 km“, der konkrete Testzyklus steht jedoch noch nicht fest. Es bietet außerdem eine 3,3-kW-Vehicle-to-Load-Fähigkeit zur Stromversorgung externer Geräte.

Garantie und Support

JAC unterstützt den Hunter PHEV mit einer siebenjährigen Garantie ohne Kilometerbegrenzung, Pannenhilfe rund um die Uhr, Service zu Höchstpreisen und einem Leihfahrzeugprogramm. Preise und endgültige Spezifikationen stehen noch aus, aber das Unternehmen empfiehlt potenziellen Käufern, ihr Interesse über JAC-Händler anzumelden.

Der wachsende Trend chinesischer Automobilhersteller, in lokales technisches Know-how zu investieren, signalisiert eine Verlagerung hin zu wettbewerbsfähigeren, marktspezifischen Fahrzeugen. Dieser Ansatz könnte die australische Automobillandschaft umgestalten, da diese Marken darauf abzielen, Produkte zu liefern, die auf die besonderen Fahrbedingungen des Landes zugeschnitten sind.