Für 146 von der australischen Firma AUSEV umgebaute Ford F-150 Lightning Pickups mit Rechtslenkung wurde ein landesweiter Sicherheitsrückruf durchgeführt. Im Mittelpunkt des Problems steht ein möglicher Überhitzungsfehler im Anschluss des Combined Charging System (CCS2) während des Gleichstrom-Schnellladens, der bei Berührung unmittelbar nach dem Gebrauch Verbrennungen oder schwere Verletzungen verursachen könnte. Besitzern wird empfohlen, das Schnellladen mit Gleichstrom zu vermeiden und stattdessen das Laden mit Wechselstrom zu nutzen.
Der Rückruf wird durch den jüngsten Zusammenbruch von AUSEV in der Zwangsverwaltung erschwert. Das Unternehmen, das in den USA hergestellte Elektroautos vom Typ Ford F-150 Lightning für den australischen Markt importierte und umbaute, ist inzwischen aufgelöst, so dass Fahrzeugbesitzer keinen klaren Weg zur Reparatur haben. Die AUSEV-Website ist offline, E-Mail-Anfragen gehen zurück und Telefonanrufe werden direkt an die Voicemail weitergeleitet.
In der ursprünglichen Rückrufmitteilung heißt es, dass die Eigentümer für kostenlose Reparaturen bei einem AUSEV-Händler hätten kontaktiert werden sollen, aber nach der Auflösung des Unternehmens ist dies nun unmöglich.
Die Muttergesellschaft von AUSEV, BossCap, bestätigte ihre Konkursverwaltung am 17. März 2026 und verwies auf die Entscheidung von Ford, den elektrischen F-150 Lightning im Dezember 2025 einzustellen. Dieser Schritt habe laut BossCap „die zukünftige Pipeline des Unternehmens erheblich gestört“, nachdem AUSEV bereits 2024 die Umrüstung von Verbrennungsfahrzeugen eingestellt hatte.
Die Situation verdeutlicht eine Lücke im australischen Markt: Während Ford und Ram die werkseitig unterstützte Wiederaufbereitung von Rechtslenkern für Verbrennungs-Pickups anbieten, gibt es für Elektromodelle wie den Lightning keinen solchen offiziellen Prozess. Dies eröffnete zuvor eine Chance für Firmen wie AUSEV, aber der Markt bleibt begrenzt. Derzeit sind die größten in Australien erhältlichen Elektroautos der LDV eT60 und der KGM Musso EV.
Die Wirksamkeit des Rückrufs hängt nun davon ab, ob ein anderes Unternehmen einspringt, um die Reparaturverpflichtungen zu erfüllen, oder ob den Eigentümern potenziell unsichere Fahrzeuge verbleiben.
Die betroffenen Fahrzeugidentifikationsnummern (VINs) sowie die vollständige Rückrufmitteilung können eingesehen werden. Das Scheitern von AUSEV unterstreicht die Risiken, die mit der Abhängigkeit von Umrüstungen durch Dritte einhergehen, insbesondere in einer sich schnell entwickelnden Automobillandschaft, in der Herstellerentscheidungen solche Unternehmen schnell unhaltbar machen können.






















