Audi-Händler schließen in China aufgrund rückläufiger Verkäufe

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Mehrere Audi-Händler in ganz China haben in wichtigen Provinzen wie Henan, Guangxi, Peking, Jiangsu und Zhejiang plötzlich geschlossen oder ihre Zulassung verloren, was auf einen anhaltenden Umsatzrückgang und schrumpfende Gewinnmargen zurückzuführen ist. Die Schließungen haben dazu geführt, dass Kunden unbrauchbare Wartungspakete erhalten und Händlermitarbeiter unbezahlte Löhne einfordern, während gleichzeitig umfassendere Fragen über den Luxusautomarkt in China aufgeworfen werden.

Die Schließungen und die Auswirkungen auf die Kunden

Im Januar 2026 gab es Berichte über plötzliche Schließungen von Händlern, insbesondere bei Kaifeng Jin’ao Audi in der Provinz Henan. Kunden, die mehrjährige Wartungspakete gekauft haben – die zwischen 2.400 und 2.700 US-Dollar kosten – halten diese nun für wertlos, da einige ihre Fahrzeuge erst Monate zuvor gekauft haben. Unterdessen verfolgen ehemalige Mitarbeiter rechtliche Schritte, um ausstehende Gehälter zurückzufordern, was auf einen Zusammenbruch der Händlerstabilität hindeutet.

Der FAW-Audi-Kundendienst bestätigte, dass Kaifeng Jin’ao sich am 13. November 2025 aus dem Netzwerk zurückgezogen hat, so dass die Kunden direkt oder auf rechtlichem Weg eine Lösung suchen können. Diese Situation unterstreicht ein kritisches Problem: Wenn Händler ausfallen, können Garantien und Serviceverträge über Nacht wertlos werden.

Rückläufige Umsätze in einem Schlüsselmarkt

Die Schließungen sind eine direkte Folge der schwächelnden Leistung von Audi in China. Der Absatz sank im Jahr 2025 um 5 % auf insgesamt 617.500 Einheiten und markierte damit das zweite Jahr in Folge mit einem Rückgang. Trotz der Behauptung von FAW-Audi, die Spitzenposition im benzinbetriebenen Luxussegment zurückzuerobern, sanken die Verkäufe immer noch um 6,7 % auf 570.100 Einheiten.

Dieser Rückgang ist nicht nur eine geringfügige Schwankung; es signalisiert einen grundlegenden Wandel im Verbraucherverhalten und im Marktwettbewerb. Der chinesische Automobilmarkt ist zunehmend wettbewerbsintensiv, wobei inländische Elektroautomarken schnell an Boden gewinnen, was etablierte ausländische Player wie Audi dazu zwingt, sich anzupassen oder das Risiko einzugehen, Marktanteile zu verlieren.

Aggressive Rabatte und Zukunftspläne

Um dem Abschwung entgegenzuwirken, hat Audi zu starken Preissenkungen gegriffen. Der Audi A3 2026 ist ab sofort ab 15.300 USD erhältlich (40 % Rabatt), während der Q3 und der Q4 e-tron ab 19.000 USD bzw. 22.700 USD erhältlich sind (bis zu 50 % Rabatt). Diese aggressiven Werbeaktionen zeugen von der Verzweiflung, Lagerbestände abzubauen und Marktanteile zu behalten.

Mit Blick auf die Zukunft plant FAW-Audi, später im Jahr 2026 den völlig neuen Audi A6L und den vollelektrischen A6L e-tron auf den Markt zu bringen. Der auf der Premium Platform Electric (PPE)-Architektur basierende A6L e-tron wurde speziell für den chinesischen Markt entwickelt und stellt den Versuch von Audi dar, im schnell wachsenden Elektrofahrzeugsektor wieder Fuß zu fassen.

Die Welle von Händlerschließungen und hohen Preisnachlässen verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Luxusautohersteller in China stehen. Die Situation von Audi zeigt, dass selbst etablierte Marken anfällig für veränderte Verbraucherpräferenzen, zunehmenden Wettbewerb und wirtschaftlichen Druck sind. Ob die bevorstehenden Markteinführungen von Elektrofahrzeugen ausreichen werden, um den Trend umzukehren, bleibt abzuwarten.