Der 30-Millionen-Dollar-Halo: Test des einsitzigen Hypercars von Aston Martin in Portugal

14

Der Motor schreit. Kein Jammern. Kein Summen. Ein raues, schreiendes Heulen, das die Luft der Algarve zerreißt.

Aston Martin hat dieses Ding versteckt.

Monatelang gab es nur Spekulationen. Ein Schatten in einem Video, das letzten April gepostet wurde. Jetzt hat Ivo Matczak vom Instagram-Account ivomat_all_about_cars Aufnahmen des Autos veröffentlicht, das den Algarve International Circuit durchrast. Es sieht so aus, als hätte sich ein Formel-1-Chassis mit einer Valkyrie geprügelt und gewonnen.

Es handelt sich um ein einsitziges Hypercar. Nur für einen Fahrer. Ein Milliardär.

Unter dem Halo-Schild

Die Aerodynamik ist aggressiv bis zur Aggressivität. Es gibt kein Dach. Der Fahrer sitzt unter einer Halo-Schutzvorrichtung im F1-Stil – einem Sicherheitskäfig für die Verzweiflung bei hoher Geschwindigkeit.

Direkt über dem Helm des Fahrers schwebt ein Lufteinlass. Saugen Sie es ein. Verbrennen Sie es.

Schauen Sie sich die Nase an. Es ist breit, niedrig und bedrohlich. Freiliegende Querlenker ersetzen herkömmliche Querlenker. Die eingebauten Dämpfer sind irgendwo tief in der Karosserie versteckt. Es verkraftet den Abtrieb wie ein F1-Auto, wiegt aber wahrscheinlich weniger. Oder mehr. Niemand kennt das Gewicht. Wir kennen keine offiziellen Details. Aston Martin hat seine Lippen dichter verschlossen als das Auspuffrohr einer schlafenden Katze.

Aber hier ist, was wir wissen. Es ist ein Hybrid.

Das April-Video hat etwas Bestimmtes eingefangen. Der V12 schaltete ab. Die Reifen drehten sich weiter. Stille, bis auf den Wind. Das heißt, der Elektromotor behält seinen Schwung bei, während der Verbrennungsmotor schläft. Schlau. Effizient. Verrückt.

1200 Pferde für Ken Griffin

Wer hat dieses rollende Wrack voller technischer Brillanz gekauft?

Laut Auto Motor und Sport ist der Kunde Ken Griffin. Der CEO von Citadel. Einer der reichsten Männer im amerikanischen Hedgefonds-Bereich. Wenn der Preis keine Variable ist, existiert dieses Auto.

Die gemunkelte Leistung? 1200 PS.

Um diese Zahl in einen Zusammenhang zu bringen: Der von Cosworth gebaute 6,5-Liter-V12-Hybrid-Combo des Aston Martin Valkyrie leistet 1160 PS. Dieses neue Biest macht etwas mehr. Es macht Sinn, wenn es die Architektur mit der Walküre teilt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Weiterentwicklung dieser Plattform nur für die Rennstrecke, ohne Komfort, mit Kohlefaser umwickelt und darauf abgestimmt, Fahrer zu bestrafen.

Und anscheinend ist es schnell. Wirklich schnell.

Schneller als F1?

In den Gerüchten geht es nicht nur um Geschwindigkeit. Sie behaupten Rundenzeiten.

Griffins einmaliger Einsitzer soll auf der Algarve-Strecke 10 Sekunden schneller sein als ein echtes Formel-1-Auto.

Stoppen. Überdenken.

Ist das echt? Ein F1-Auto wiegt etwa 798 kg. Das könnte leichter sein. Es hat die Leistungsdichte eines Valkyrie, aber möglicherweise eine bessere Drehmomentverteilung. Es handelt sich um eine Waffe für den Streckentag, die für einen Mann gebaut wurde, dem die Strecke gehört, nicht das Fahrerlager.

Dies verdeutlicht eine seltsame Realität der heutigen Automobilindustrie. Autohersteller verkaufen nicht mehr nur Straßenautos an wohlhabende Leute. Sie verkaufen Träume, die die Gesetze der Physik brechen, für private Aufträge. Tiefe Taschen schaffen tiefe Technik.

Warum es wichtig ist

Das Einsitzer-Hyperauto Aston Martin ist mehr als nur ein Eitelkeitsprojekt. Es handelt sich um ein Technologie-Testfeld.

Dinge wie die Innendämpfung und das Hybrid-Power-Delivery-System – wie verhalten sie sich im Grenzbereich? Wenn Aston beweisen kann, dass ein privates Auftragsauto auf einer engen Rennstrecke die Formel-1-Maschinen um zehn Sekunden schlagen kann, was sagt das dann über die aktuelle Generation des Formelsports aus?

Oder sagt es überhaupt nichts?

Das Auto sieht aus, als würde es ins Jahr 2050 und nicht ins Jahr 2024 gehören. Das Geräusch deutet auf einen V12-Saugmotor hin, der über 10.000 U/min dreht. Die Stille deutet darauf hin, dass elektrisches Hightech-Drehmoment die Lücken füllt. Es sind zwei Epochen des Autofahrens, die aufeinander prallen